Kann ein Lagergebäude im Hinblick auf die Nutzung und Schonung natürlicher Ressourcen optimal gestaltet werden? Und kann man ein solches Gebäude so errichten, dass es sowohl den Auswirkungen des Klimawandels standhält…
Elżbieta Laudy19. April 20224 Minuten Lesezeit
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Kann ein Lagergebäude im Hinblick auf die Nutzung und Schonung natürlicher Ressourcen optimal gestaltet werden? Und kann man ein solches Gebäude so errichten, dass es sowohl den Auswirkungen des Klimawandels als auch dem Zahn der Zeit standhält? Tatsächlich ist all dies nicht nur möglich, sondern wird von den Kunden auch zunehmend erwartet – so Edyta Knap, Architektin bei 7R.
Gesetzgeber und Marktaufsichtsbehörden auf der ganzen Welt erlegen Unternehmen zusätzliche ökologische und soziale Auflagen auf. Dabei folgt man dem Beispiel der EU, die ihre sozioökonomische Strategie – den Europäischen Grünen Deal – umsetzt. Einer der zehn Kernpunkte dieses Plans ist, dass Gebäude ressourcen- und energiesparend errichtet und renoviert werden sollen.
Gebäude sind wichtig, da sie in erheblichem Maße zu den weltweiten Treibhausgasemissionen beitragen; sie spielen aber auch eine wichtige Rolle bei der Umsetzung anderer politischer Ziele, wie beispielsweise der Erzeugung sauberer Energie (erneuerbare Energien), der Umstellung der Industrie auf einen geschlossenen Kreislauf (Kreislaufwirtschaft) und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Zudem müssen sie zunehmend unvorhersehbaren Naturgewalten standhalten und gleichzeitig als Inspiration für neuere, umweltfreundlichere Technologien dienen.
Reingewinn
Auch für Lagerplaner steht viel auf dem Spiel.
Kunden fragen uns immer häufiger nach umweltfreundlichen Lösungen – manchmal ist dies sogar das Erste, was sie ansprechen, wenn sie ihre Vorstellungen von ihrer neuen Lagerfläche darlegen. Die von uns angebotene BREEAM-Zertifizierung für umweltfreundliches Bauen ist bereits unser anerkannter Standard. Doch mittlerweile interessieren sich Kunden unter anderem auch für Photovoltaikanlagen, die Art der Beleuchtung, die Wärmedämmung und deren Leistungsgrad.
erklärt Edyta Knap, die Architektin von 7R
Was lässt sich erreichen? Nach Berechnungen des Bauträgers könnten die Photovoltaikmodule auf dem Dach einer 20.000 m² großen Lagerhalle bis zu 60 % des täglichen Energiebedarfs des Gebäudes decken. Gleichzeitig kann ein verbessertes Wassermanagement – wie die Nutzung von Grauwasser und Regenwasser sowie Systeme zur Verringerung von Verschleiß und Leckagen an Wasserinstallationen – in einer Anlage gleicher Größe bis zu 2.400 Liter Wasser pro Tag einsparen. Intelligente LED-Beleuchtungssysteme verbrauchen 90 % weniger Energie, während Destratifikatoren warme Luft von den Decken in die unteren Bereiche der Gebäude umleiten können, um fast 10 % der Heizkosten einzusparen – ebenso wie die Abdichtung der Laderampen.
Doch Ressourcen- und Kosteneinsparungen reichen für die heutigen Anforderungen nicht aus. Daher setzt 7R auch eine Reihe weiterer Maßnahmen um, die darauf abzielen, die Umweltziele seiner Kunden zu verwirklichen. Zur Reinigung der Außenluft werden Anti-Smog-Türme installiert. Auf den Dächern und rund um die Gebäude wird zudem eine verbesserte Wasserrückhaltung durch Regengärten, Wasserauffanggräben und Trockenbachläufe gewährleistet – natürliche oder künstliche Vertiefungen im Gelände, in denen sich Grund- und Regenwasser sammeln kann. Und um den Erhalt der Artenvielfalt, insbesondere in städtischen Gebieten, zu fördern, sorgt 7R für Blumenwiesen und Insektenhäuser.
Die Null-Ära
Der bewusste Kunde und Lagerinvestor von heute achtet nicht nur auf die aktuellen Auswirkungen der Gebäude auf ihre Umgebung, sondern auch auf die Auswirkungen, die sie in Zukunft haben werden.
Wir denken langfristig. So verwenden wir beispielsweise in unseren Gebäuden eine deutlich dickere Dämmschicht im Dach und in den Wänden als das derzeit vorgeschriebene Minimum. Dadurch wird verhindert, dass sich das Lager im Sommer überhitzt und im Winter zu stark auskühlt. Da sich die Vorschriften im Laufe der Zeit ändern, können wir unseren Kunden schon heute viel Ärger und Kosten ersparen.
ergänzt Edyta Knap von 7R
Die Kunden schätzen diesen Ansatz. 7R entwickelt derzeit in Radzymin ein innovatives Distributionszentrum für die Lebensmittelkette Żabka, dessen Energieversorgung über Photovoltaikmodule erfolgen wird. Zu den weiteren Vorzügen zählen unter anderem Smogschutz-Türme und staubfreie Kubusanlagen auf dem Rangierplatz. Für die neue Anlage der BWI Group in der Nähe von Krakau werden Strom, Heizung, Kühlung und Belüftung des Gebäudes ausschließlich durch den Einsatz einer gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage bereitgestellt. „Wir bewegen uns in Richtung autarker, emissionsfreier Lagerhäuser, die vollständig mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Daher werden wir in Zukunft beispielsweise verschiedene erneuerbare Energiequellen kombinieren, darunter nicht nur Photovoltaikmodule, sondern auch Wärmepumpen und vertikale Windkraftanlagen“, verrät Edyta Knap.
Der Weg in eine grüne Zukunft bringt nicht nur eine Reihe neuer Herausforderungen mit sich, sondern eröffnet Architekten auch neue Möglichkeiten. So erfordert beispielsweise der Bau von Lagerhallen mit Photovoltaik-Dachanlagen derzeit zusätzliche Verstärkungen in der Konstruktion – doch die entsprechende Technologie entwickelt sich rasant weiter.
Es sind nun neue Materialien für den Bau von Dächern oder Fassaden erhältlich, in die bereits Photovoltaikzellen integriert sind. Diese bieten uns noch mehr Möglichkeiten.
ergänzt der Architekt von 7R
Über den Autor
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Elżbieta Laudy
Marketing- und Digitalmanager
Elżbieta Laudy ist Digital & Marketing Manager bei 7R SA, wo sie für die Entwicklung digitaler und marketingbezogener Maßnahmen zuständig ist, die die Sichtbarkeit der Marke und die Online-Kommunikation fördern…